Downsizing

Wie könnte man ein Leben in Luxus leben und darüber hinaus noch die Erde vor Überbevölkerung retten? Durch Downsizing! So geschehen in dem Film von Alexander Payne, der uns von der großen in eine winzig kleine Welt führt, in der dies möglich ist. Ressourcen würden geschont und Reichtum sei für alle möglich, so die Heilsversprechungen aus dem Werbefernsehen. Das Verfahren wurde von norwegischen Wissenschaftlern erfunden und immer mehr Menschen wagen die Verkleinerung: Auch Paul Safranek (Matt Damon) und seine Frau Audrey (Kristen Wiig) aus Omaha lassen sich von dem Siedlungsprojekt „Leisureland“ mitreißen und beginnen die Prozedur der Verkleinerung, die bereits wie auf dem Fließband funktioniert. Aus dem untersetzten, gutmütigen Paul wird ein 12 Zentimeter Winzling, der froh ist, dass er nach dem Aufwachen seine Männlichkeit noch vorfindet. Aber nicht mehr seine Frau, die bei der Kopfrasur kalte Füße bekommen hat und zurück in der großen Welt geblieben ist. Was nun anfangen mit der großen Villa und dem ersehnten Reichtum? In der großen Welt hatte er einen Job als Physiotherapeut in einer Fleischfabrik, der ihn einigermaßen erfüllte. Jetzt muss er in einem trostlosen Callcenter arbeiten. Nichts ist so, wie er es sich vorgestellt hatte. Die schönen Frauen sind vergeben, übrig bleiben die Alleinerzieherinnen und die wollen sich auch nicht so recht auf einen langweiligen Mann einlassen. Trostlosigkeit und Einsamkeit machen sich breit, die er nur durch violette Pillen auf Partys bei seinem Ganovennachbarn Dusan (Christoph Waltz) kurz vergessen kann. Aber der Kater am nächsten Tag ist vorprogrammiert und nüchtern, als ein Putztrupp über die devastierte Wohnung hereinbricht, entdeckt er, dass es noch eine verborgene Welt im verheißenen Paradies gibt, verkörpert durch die aus Vietnam geflohene Ngoc Lan (Hong Chau). So erfährt er, dass Downsizing auch seine Schattenseiten haben kann. Auch hier in „Leisureland“ ist der amerikanische Traum nur an der Oberfläche sichtbar, aufwachen sollte man lieber nicht.

Man erwartet nicht viel von einem Film mit dem Titel „Downsizing“, jedoch von Regisseur Payne um einiges mehr. Obwohl dieser zehn Jahre an dem Drehbuch gearbeitet haben soll, entpuppt es sich nicht, sondern bleibt in bekannten Themen stecken, enthält zu viele Klischees von einer Welt, die dem Untergang entgegensteuert. Nur die SchauspielerInnen verleihen dem Film Würze und Geschmack. Allen voran Matt Damon, der seiner Mittelmäßigkeit entkommen will und in dieser steckenbleibt. Seine Verlorenheit in der großen und kleinen Welt der Wünsche wird von Mat Damon großartig gespielt. Sein Nachbar Dusan, der es mit Drogen und Partys versucht, kann ihm nicht zu mehr Glück und Sinn verhelfen. Christoph Waltz mit seinem serbischen Akzent geht ganz in seiner Rolle als abgeklärter Schwarzhändler auf. Und erst recht die vietnamesische Widerstandkämpferin Ngoc Lan, die zeigt, wohin die Reise führen wird. Hon Chau gelingen berührende Szenen, die Jung und Alt zu Tränen rühren, zusammen mit schönen Landschaften, ergibt das einen Film, der auch Sie, lieber Leser / liebe Leserin, unterhalten wird. Nicht mehr und auch nicht weniger.