Die Zukunft ist besser als ihr Ruf

Der Titel der Dokumentation verspricht Hoffnung in der heutigen Krisenstimmung. Aber wie kann diese aussehen? Und was wird schon dafür getan, hier in Österreich? Was kann man tun, um unsere Welt zu einer besseren zu machen?

Anhand von kurzen Interviews werden Menschen vorgestellt, die einen Beitrag dazu leisten. Sie werden nur mit dem Vornamen genannt: Walter, Anna, Rita, Judith, Theresa heißen sie und es wird nur ein kurzer Einblick in ihr Wirken gegeben. Es geht um Partizipation in der Politik (BürgerInnenräte), um die Unterstützung der Ärmsten mit Lebensmitteln und warmem Essen (Pannonische Tafel), um saisonale landwirtschaftliche Produkte (Speiselokal), um Bauten aus Lehm für eine nachhaltige Architektur, um die Verunsicherung durch die Bankenkrise und das fehlende Narrativ dazu (Kapitalismuskritik), um Hilfe für Menschen am Rande der Gesellschaft (Wohnzimmer).

Es werden Menschen nicht nur mit ihren Visionen gezeigt, sondern auch mit deren Realisierung. Kein Name und auch kein Projekt war mir bisher bekannt und man fragt sich, warum so viel Gutes so wenig mediale Aufmerksamkeit findet.

Welche Haltung veranschaulichen diese kurzen Einblicke? Es gibt Menschen und Initiativen, die den Ohnmachtsgefühlen vieler und der sozialen Kälte entgegenwirken. Sei es nun der kleine Hofladen, der dem Greislersterben in den Dörfern Einhalt bieten will und eine Begegnungsstätte für die Dorfbewohner wird, weil sie sich nur noch auf der Fahrt zum nächsten Supermarkt mit einem Gruß austauschten. Oder die Architektin, die mit Lehm baut, weil er überall natürlich vorhanden ist und keine negativen Konsequenzen für künftige Generationen hat, im Gegensatz zu Beton, der die Umwelt enorm schädigt. Und dann gibt es noch den Hochschullehrer, der seinen Studenten erklärt, wie unser Wirtschaftssystem so geworden ist und dass der Neoliberalismus nicht der Weisheit letzter Schluss ist und veränderbar ist.

Alle sechs Geschichten geben Hoffnung für die Zukunft, weil sie zeigen, dass Einzelne doch etwas am „System“ ändern können. Es zeigt sich, dass man nicht reich und berühmt damit wird, aber alle sechs Porträtierten strahlen aus, dass es sich lohnt, seinen Platz zu finden, an dem man etwas Sinnvolles für die Gesellschaft leistet. Ganz nach dem Motto von Walter: „Die Zukunft ist offen, wir müssen`s machen.“

Und tatsächlich geht man hoffnungsvoller aus dem Kino, angeregt, darüber nachzudenken, was man selber beitragen kann und noch lange klingt die kraftvolle Musik von „Federspiel“ in einem nach.

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