Selbstmord? 13 Gründe, warum du Unrecht hast, Hannah Baker!

Seit Netflix das recht dürftige Jugendbuch „Thirteen Reasons why“ von Jay Asher als Serie herausgebracht hat, überschlagen sich nicht nur in Österreich die Ereignisse: Lady Gaga hat sie gesehen, sie ist bei Rankings der beliebtesten Serien im Spitzenfeld, Psychotherapeuten forderten ein Verbot und der Stadtschulrat von Wien schickte Anweisungen im Umgang mit der Serie aus. Es soll auch schon vorgekommen sein, dass Ex-Schülerinnen Briefe nach Hannahs Vorbild verschickt haben, um so ihre Peiniger für ewig in der Hölle schmoren zu lassen. Aber es gibt Alternativen, Hannah Baker und all ihr Rachsüchtigen dieser Welt, die gesünder sind und vor allem ein langes, erfülltes Leben gewährleisten:

13 Gründe, warum du Unrecht hast, Hannah Baker:

  1. Selbstmord ist niemals eine Lösung für Probleme, schon gar nicht als 17-jähriger Teenager, denn so wirst du niemals erfahren, welche schönen Momente das Leben noch für dich bereithält.
  2. Die Schuld für deinen Selbstmord anderen in die Schuhe zu schieben, ist kindisch und böse, denn niemand trägt die Verantwortung dafür, nur du allein.
  3. Zu hoffen, dass du damit die anderen in die Knie zwingst und sie voller Schuldgefühle zurücklässt, ist irrational. Oft wissen sie gar nicht, was sie angerichtet haben, weil du ihnen nichts gesagt hast.
  4. Glaube nicht, dass alle spüren und fühlen können, wie es dir wirklich geht. Wenn man die ganze Zeit Pokerface macht und Wohlmeinende zurückweist, darfst du dich nicht wundern, dass sich niemand mehr in deine Nähe traut.
  5. Wenn man gemobbt und sexuell belästigt wird, hilft es leider nicht, sich hilfesuchend im Raum umzuschauen. Auch hier gilt es, Aktionen zu setzen und Grenzen zu ziehen. Tränen und traurige Blicke reichen nicht aus, Hannah!
  6. Speak up, wenn dich etwas stört oder dir jemand Böses tut, suche dir Verbündete und setze dich zur Wehr!
  7. Schau dich um, es gibt einige in deiner Umgebung, denen du viel bedeutest, deinen Eltern, Clay, der in dich verliebt ist und sicherlich noch den einen oder anderen mehr. Warum nicht Zeit mit Menschen verbringen, die nett zu dir sind und dich wirklich wertschätzen?
  8. Natürlich ist man als weiblicher Teenager über seinen Körper und seine Sexualität sehr verwundbar („best ass“). Es ist spätestens seit Beginn der Frauenbewegung auch schon bekannt, welche Funktion das Erniedrigen von Frauen hat. Anstatt sich mit Kränkungen im Bett zu verkriechen, informiere dich darüber und entwickle mit anderen eine Gegenstrategie. Du wirst sie in deinem Leben als Frau gut gebrauchen können.
  9. Unverständlich ist auch, dass du zwar den Vertrauenslehrer aufsuchst, dir aber nicht helfen lassen willst. Und du, lieber Clay, der du durch die Kassetten an dem Gespräch teilhast, sei nicht so streng mit ihm. Er ist nur ein Lehrer und kein ausgebildeter Psychotherapeut!
  10. Auch in Bezug auf die von dir beobachtete Vergewaltigung kann ich dir nur zurufen: Schau nicht zu und vergrab dich im Schrank, sondern schrei um Hilfe oder veranlasse sie zumindest!
  11. Und zum Unfall mit Todesfolgen: Warum bist du nicht in das nächste Haus gegangen und hast die Polizei benachrichtigt? Stattdessen überlegst du stundenlang, ob du zur Party zurückkehren sollst oder nicht.
  12. Conclusio: Mit deinem Rachefeldzug bewirkst du gar nichts, sondern ermunterst Mädchen mit ähnlichen Erfahrungen, es dir gleich zu tun. Aber über die Opferrolle sind wir Frauen schon lange hinaus, die Zeiten haben sich geändert!
  13. Hannah Baker und alle Mädchen dieser Welt, die glauben, dass Hannah mit ihrem Opferdasein Recht hat. Nein, hat sie nicht! Es gibt Alternativen, viele, unzählige, aber dafür braucht es Mut und Entschlossenheit: Traut euch, das Unrecht, das euch geschieht, laut auszusprechen, holt euch Hilfe und zeigt euren Peinigern, wo der Hammer hängt.