Marie Curie

Mutter zweier Kinder, glückliche Ehefrau, zweifache Nobelpreisträgerin und das bereits am Beginn des 20. Jahrhunderts? Das, was heute noch unwahrscheinlich klingt, gelang der Wissenschaftlerin Marie Curie. Den Namen kennt jeder, da damit die Entdeckung der Radioaktivität in Verbindung steht. Und auch sie wusste bereits um die heilbringende Wirkung dieser in der Krebstherapie. Wer aber war diese Frau, die das scheinbar Unmögliche wahr werden hat lassen?
Der Film „Marie Curie“ zeigt den kurzen Abschnitt zwischen den Nobelpreisen, handelt von den Siegen und Niederlagen dieser erstaunlichen Frau.
Er setzt mitten in ihrer Karriere ein: Marie Curie (Karolina Gruszka) forscht mit ihrem Mann Pierre (Charles Berling) in einem Pariser Labor, als die Wehen zur Geburt ihres zweiten Kindes einsetzen. Sie befindet sich am Höhepunkt ihrer Karriere. 1903 wurde ihr und ihrem Mann der Nobelpreis für Physik verliehen. Eineinhalb Jahre später fahren die beiden erst nach Stockholm, um den Preis entgegenzunehmen. Man sieht ein harmonisches Paar, das nicht nur die Wissenschaft, sondern auch die Freuden der Liebe im Bett miteinander teilt. Kurze Zeit später stirbt ihr Mann bei einem Unfall. Nun ist sie Alleinerzieherin zweier Kleinkinder. Sie geht täglich ins Labor, bewirbt sich als erste Frau um eine Professorenstelle an der Sorbonne, treibt Geld auf, um ihre Forschungen voranzutreiben. Sie begegnet viel Borniertheit und Frauenfeindlichkeit, aber auch Männern und Frauen, die ihre Intelligenz bewundern und sie unterstützen, darunter Albert Einstein. Und sie erlebt eine zweite große Liebe mit einem verheirateten Mann (Arieh Worthaler), die ihr fast die Karriere kosten wird. Die „Lonegrin Affaire“ wurde ein großer Skandal, als die Pariser Presse mit der Veröffentlichung von Liebesbriefen eine Hetzjagd gegen Marie Curie lostrat.
Marie Curie wird von Karolina Gruszka so gezeigt, als gäbe es für eine junge Frau Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts nichts Selbstverständlicheres als Kinder alleine großzuziehen und eine Ikone der Wissenschaft zu werden. Sie lebt ihre Berufung in der Forschung, erzieht ihre Töchter in einem fortschrittlichen Geiste und leidet an Liebe und Verlust. Sie überwindet viele Hindernisse, nicht alle, aber sie schreitet mit eisernem Willen und festem Schritt voran und ist ihrer Zeit weit voraus: Sie weiß um ihre einzigartige Begabung, erhebt selbstverständlich Forderungen, die sie in ihrer Karriere voranbringen und erzieht in diesem Geiste ihre Töchter. Sie ist die einzige Frau, die in zwei Fachbereichen einen Nobelpreis gewonnen hat, und ihre älteste Tochter wird ihr 1936 mit dem Nobelpreis für Chemie nachfolgen.
Bemerkenswert, dass diese Erfolgsgeschichte von der französischen Regisseurin Marie Noëlle in einen schönen, berührenden Film umgesetzt wurde. So kann das Wirken von Marie Curie weite Kreise ziehen und vielleicht andere inspirieren.

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